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Ein
besonderes Fest für die Armen in Sri Lanka!
Seit 1980 laufen unsere Hilfeleistungen als Projekte,
die nach und nach immer stärker und größer
werden konnten. Zuerst einmal war es sehr wichtig für
uns, dass wir die Kultur, die Gedanken und Gefühle
dieses Volkes verstehen lernen. Sie sind fast entgegengesetzt
in ihrer Einstellung dem Leben gegenüber wie wir
westlichen Menschen es sind.
So ist es wichtig, dass nicht wir "Weißen
aus dem Westen" bestimmend vorne stehen, sondern
unsere einheimischen Mitarbeiter und Helfer . Sie kennen
ihr Volk und wissen genau, was man gibt und in welcher
Form alles zu geschehen hat. Es ist immer wieder gut
zu sehen und zu erleben, wie das Volk alles selbst tut
und dann wirklich stolz auf IHR PROJEKT sein kann. Sie
bauen, wir geben nur die Materialien. Das ist "Hilfe
zur Selbsthilfe"!
Alljährlich - Ende Juli zu meinem Geburtstag -
organisieren sie für die "Sudu Ama" (weiße
Mutter) mit viel Mühe und wundervollen Ideen eine
große Begegnung, mal im Norden, mal im Süden
oder im Inneren des Landes.
Im Jahre 2005 hatten sie einen Ort im Norden Sri Lankas
ausgesucht - TANTRIMALE.
(ca. 2 Stunden nördlich von Anuradhapura). Hier
lebt die Bevölkerung seit Jahren ohne Kontakte
zur restlichen Inselwelt. Die Anfahrt ist sehr schwierig,
da die letzten zwei Stunden nur über Lehmwege zu
befahren sind.
Tausende Menschen kamen aus vielen verschiedenen Dörfern
des Landes zusammen. Sogar von der südlichen Ostküste
kam ein buddhistischer Mönch mit 30 Tamilen, für
die wir auch ein Tsunami-Projekt durchführen.
Mütter, Väter, Großeltern, Kinder, Lehrer,
Mönche fahren gemeinsam in großen Bussen
aus allen Teilen des Landes zum Ziel. Die von der Ost-
oder Südküste Kommenden brauchten mehr als
13 Stunden Anfahrt.
Endlich - am Nachmittag begegnen sich alle in einem
Tempel. Und dann geht es in einer Prozession gemeinsam
- mit Blumen in der Hand - einen Berg hinauf. Oben angelangt,
erleben wir eine herrlicher Ausblick über die Weite
des Urwaldes ringsherum. Hier legen alle Pilger die
Blumen auf den Altar. Sie lassen sich nieder und beginnen
zu beten. Ca. 60 Mönche waren von überall
her gekommen. Sie beten vor, und das Volk wiederholt
die Worte in aller Innigkeit und Konzentration.
Als es zu dämmern beginnt, setzt sich der lange
Pilgerzug wieder in Bewegung. Im Tempel wird für
jeden eine Mahlzeit gereicht. Reis und Gemüse -
einfach in Zeitungspapier verpackt.
Nach dem Essen geht es an einen anderen Platz vor dem
Tempel. Hier wird ein ca. 4 Meter hohes Lagerfeuer entzündet.
Alle sitzen um das Feuer herum und schauen voller Freude
auf die Vorführungen, die nun beginnen. Die Kinder
singen und tanzen nach ihrem alten Brauch. Reden werden
geschwungen. Bis kurz vor Mitternacht geht diese Zeremonie.
Dann geht es zum Schlafen. Die Einheimischen liegen
alle auf dem Boden. Und wir - aus dem Westen - waren
in das Polizei-Gästequartier eingeladen worden.
Hier wurde für uns gekocht und wir durften in den
Gästezimmern schlafen.
Am frühen Morgen um 6,00 Uhr waren schon wieder
alle munter beisammen und es ging erneut auf den hohen
Felsen, um der aufgehenden Sonne betend zu begegnen.
Dann kam die Stunde der "Weißen Mutter".
Jeder kam auf mich zu, umarmte mich und wünschte
viel Glück und Segen zum Geburtstag. Die Kinder
hatten Glückwunschkarten gemalt, trugen kleine
Blumensträußchen in ihren Händen, kleine
selbstgebastelte Geschenke wurden überreicht. Ja,
so etwas kann man sich nicht vorstellen....
Dann zogen alle wieder den Berg hinab, wechselten blitzschnell
die Kleidung und...., nun geschah das Besondere. Sie
gingen zur Schule des Dorfes und begannen, das Gelände
um diese aufzuräumen. Sie mischten Zement und reparierten
die Löcher im Boden und in den Wänden der
Schulklassen. Sie holten Farben und Pinsel aus den Bussen
und begannen die Wände innen und außen mit
neuer Farbe zu schmücken.
Währenddessen hatte sich eine Arzt-Station draußen
vor der Schule eingerichtet, und jeder aus diesem armen,
vernachlässigten Dorf in Tantrimale konnte zur
Beratung und Untersuchung kommen. Ja, und auch Optiker
und Augenärzte waren mitgekommen und passten die
Brillen an, die wir immer wieder aus Deutschland mitbringen.
In Sri Lanka ist es Sitte und Würde, den Ärmsten
mit eigenen Händen zu helfen. Man nennt diese Aktionen
"Schramadhana" (= Selbsthilfe-Aktion). Und
alle machen mit, ob Kinder oder Eltern, ob alte oder
junge Menschen. Jedem ist es wichtig, in einer solchen
vernachlässigten Region Hand anzulegen. Wir hatten
die Materialien gekauft und sie führten die nötigen
Renovierungsarbeiten durch.
Gegen Abend setzten sich wieder alle in ihre Busse
und fuhren die weiten Wege in ihre Heimat zurück.
Da ich 63 Jahre alt geworden war, wurden auch 63 einfache
Toiletten für die kleinen Hütten der Bewohner
aufgebaut, die nichts dergleichen gehabt haben. Hier
kamen die Spenden teilweise von uns, der Rest wurde
von Tempel-Spenden des Volkes finanziert.
Diese wunderbare Zusammenarbeit mit dem Volk wird als
Friedensbegegnung für das Land gesehen. Sie möchten
sich auf diese Weise für die Hilfe und Unterstützung
in ihren Dörfern und Familien bedanken!
An
dieser Stelle möchten wir dieses große "Dankeschön"
an die vielen Spender weitergeben, denn ohne sie wären
alle Projekte nicht möglich!!!!
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